„A student of life must take in each part of the body and study it’s uses and relations to other parts and systems.“ A.T Still
Der Begründer der Osteopathie lehrte, dass der menschliche Körper einer Maschine gleicht, die gut funktioniert, wenn alle Teile in der richtigen anatomischen und funktionellen Beziehung zueinander stehen.

Zur Entstehungsgeschichte, Anwendung und Philosophie der Osteopathie
Andrew Taylor Still begründete im Jahr 1874 die Osteopathie. Er erkannte, dass Krankheiten unter anderem durch Blockaden und Dysfunktionen der Knochen sowie der Nerven, Arterien und Faszien verursacht werden können.
Bei dieser Heilmethode benutzen Osteopathinnen und Osteopathen ihre Hände, um nach den Ursachen körperlicher Beschwerden zu suchen. Für geschulte Hände sind Gewebeblockaden durch sanftes Abtasten spürbar. Anatomische Kenntnisse ermöglichen es, Zusammenhänge zwischen den einzelnen Strukturen zu erkennen. Der Körper wird dabei als Ganzes betrachtet, dessen Systeme auf komplexe Weise miteinander verbunden sind. So kann beispielsweise eine Fehlstellung des Fußes aufgrund einer Ursache-Folge-Kette zu Schulterschmerzen oder sogar zu Magenschmerzen führen. Die Behandlung erfolgt durch manuelle Manipulation der ursächlichen Dysfunktionen bzw. Blockaden. Dabei werden Restriktionen im Gewebe gelöst, sodass das Blut und weitere Flüssigkeiten des Körpers frei fließen können und die Selbstheilungskräfte angeregt werden.
Seit ihren Anfängen hat sich die Osteopathie rasch weiterentwickelt. Die craniosakrale Osteopathie wurde von Dr. William Sutherland (1873-1954) gegründet, als er erkannte, dass sich die Schädelknochen fein gegeneinander bewegen können und einem Rhythmus des Liquors unterliegen. Das Liquor (auch Zerebrospinalflüssigkeit genannt) kleidet unser zentrales Nervensystem aus. Durch die Craniosakrale Osteopathie kann man das gesamte Nervensystem beeinflussen.
Jean-Pierre Barral und Jacques Weischenck entwickelten Mitte des 20. Jahrhunderts die viszerale Osteopathie, die sich mit den inneren Organen beschäftigt und diese über fasziale Verbindungen in ihrer Form und Funktion in Richtung Heilung manipuliert.
Das Ziel der Osteopathie ist, den Körper in seiner Gesamtheit zu erfassen und Patienten eine ganzheitliche und nachhaltige Therapieform anbieten zu können.
Grenzen der Osteopathie
Die Osteopathie hat viele Wirkungsbereiche. Aber sie ist kein Ersatz für die allopathische Medizin. Bei schweren Erkrankungen, die irreversible Organschädigungen verursachen, Tumorerkrankungen sowie psychischen Erkrankungen, bietet die Osteopathie eine ergänzende Therapieform bei gleichzeitiger ärztlicher Behandlung. Notfälle benötigen unbedingt und unverzüglich eine schulmedizinische Versorgung. Bakterielle oder virale Infektionen müssen ärztlich abgeklärt werden. Gegebenenfalls bitte ich um telefonische Rücksprache, um abzuwägen, ob eine osteopathische Behandlung sinnvoll wäre oder ob eine Ansteckungsgefahr bestehen könnte.
